Kleine Geschichte unserer Schule

 

Der Zehlendorfer Ortsteil Nikolassee, der 2001 sein 100-jähriges Bestehen feiert, ist seit Jahrzehnten Heimat von vier öffentlichen Schulen: der Johannes-Tews- und der Dreilinden-Grundschule sowie den Gymnasien Werner von Siemens- und Dreilinden-Oberschule. Zum Schuljahresbeginn 1999/2000 kam dann noch die neue Grundschule Am Rohrgarten hinzu.

Der heutigen Dreilinden-Oberschule, eröffnet 1939, wurde nach Annahme des Schulgesetzes von 1948 (das die Schaffung von Einheitsschulen von der 1. bis zur letzten Klasse vorsah) am 1.9.1948 eine Grundschule angegliedert, die zunächst die Klassen 1–5 umfasste. Hervorzuheben ist, dass bis Ende 1950 mit geringen Ausnahmen kein Schichtunterricht notwendig war, obwohl die Schule zum Ende dieses Zeitraums mit 944 Schülern weit überbelegt war. Dies war auch eine Folge des starken Zustroms von Kindern aus dem russisch besetzten Randgebieten Zehlendorfs.

Der Bezirk Wannsee-Nikolassee-Schlachtensee stand unter Leitung von Prof. Gossow und umfasste die 3. (Westschule) und 5. (Conrad-Schule) Volksschule, die Pestalozzi-Schule im ehem. Rathaus Nikolassee, die Dreilindenschule und die Malwida-von-Meysenbug-Schule in der Von-Luck-Straße sowie die Berufsschule II (Heimwerkschule) am Kleinen Wannsee mit insgesamt 98 Klassen, 3175 Schülern und 97 Lehrkräften.

Die Westschule, die bis Ende April 1946 noch Klassen in die Dreilindenschule auslagern musste, konnte am 7. Mai 1946 wieder in ihr angestammtes Gebäude am Wasgensteig einziehen, das bis dahin den Amerikanern als Lazarett gedient hatte. Sie blieb jedoch noch bis zum Ende des Schuljahres 1962/63 gleichzeitig Grundschule und Oberschule Praktischer Zweig (OPZ). Der Neubau der Tewsschule ermöglichte der benachbarten Malwida-von-Meysenbug-Schule eine räumliche und organisatorische Trennung von der Grundschule und das Ende des Schichtunterrichts in der ehemaligen Lehweß-Schule. Das Einheitsschulgesetz wurde 1951 geändert und die einzelnen Schulen erlangten wieder ihre Selbständigkeit.

Anders verlief die Entwicklung an der Dreilindenschule: Hier blieben drei Schulformen unter einem Dach: OWZ/Gymnasium, OTZ/Realschule (von 1951/52 bis 1963/64) und Grundschule (selbständig ab 1978/79), alle in Personalunion vom Leiter des Gymnasiums geführt. Das bedeutete für die Schüler, dass sie ihre gesamte Schulzeit am selben Ort mit Lehrern, die sie „irgendwie“ kannten, und mit vertrauten Klassenkameraden verbringen konnten.

Die Lehrer – Pädagogen und Philologen – erkannten die Chance, sich über die Entwicklung eines Schülers besser austauschen zu können, auch wenn der Schulalltag manchmal stressig war – inmitten von Erstklässlern und Abiturienten mit ihren unterschiedlichen Anforderungen und Klassenfrequenzen von bis zu 43 Schülern.

Von den 944 SchülerInnen 1950 waren 557 Jungen und 387 Mädchen, die in 25 Klassen von 12 Lehrerinnen und 16 Lehrern unterrichtet wurden – nach heutiger Sicht übervolle Klassen mit zuwenig Lehrkräften.

 

1948: Die erste Dreilinden-Grundschulklasse

   

6. Klasse 1962 mit Frau Wangemann

1990: Klasse 6b mit Frau Günther

 

„Als ich im September 1971 die Leitung der Dreilindenschule übernahm, konnte die Dreilinden- Grundschule gerade ihr erstes eigenes Haus beziehen, den sogenannten Sternbau, für den am 3. Juni 1970 das Richtfest gefeiert worden war. Bis zu diesem Zeitpunkt war sie nur ein Anhängsel der Oberschule gewesen, hatte Räume in deren Haus nutzen müssen, eingerichtet ausschließlich für die wenigen Kinder zwischen Avus, S-Bahn und Potsdamer Chaussee. Für mich allerdings als Schulleiter beider Schulen ist die Arbeit mit der Grundschule außerordentlich nützlich und wertvoll gewesen; ich möchte diese Erfahrung nicht missen.

Mit der Veränderung der Wohnbaustruktur in Wannsee und den dadurch steigenden Schülerzahlen war im Interesse von Grund- und Oberschule ein eigenes Haus dringend notwendig geworden. Der Sternbau konnte aber schon bald den Bedürfnissen nicht mehr gerecht werden. Im Sommer 1973 musste sogar eine Filiale im ehemaligen Rathaus Nikolassee eingerichtet werden, das durch den Auszug der Pestalozzi-Schule in ihren Neubau am Hartmannsweilerweg freigeworden war.

 

Frühere Gebäude der Dreilinden-Grundschule

Am Anfang: das heutige Dreilinden-Gymnasium

1971: Der Sternbau auf dem Gelände der Oberschule

1973: Filiale im ehemaligen Rathaus Nikolassee

 

1988: Pavillons (rechts im Hintergrund) und Container; links hinten der Neubau

 

Die Größe der Grundschule, noch dazu auf zwei Standorte verteilt, verlangte nun auch nach einem eigenen Schulleiter. Endlich, im Jahre 1978, wurde die entsprechende Stelle bewilligt. Das nächste Ziel musste es sein, die verstreuten Teile der Schule – es gab ja auch noch eine Vorklasse in dem zur Schule gehörenden Wohnhaus – in einem Haus zu vereinen.“ Soweit Dr. Lingohr, der damalige Schulleiter.

 

Am 1. Schultag des Schuljahres 1978/79 übernahm die Leitung der seit einem Jahr zweizügigen Dreilinden-Grundschule Rektor Manfred Vonderstein, dem 1982 Rektor Axel Kaufmann folgte. Mit dem Einzug in den Grundschulneubau im Jahr 1990 erfolgte dann die endgültige räumliche Trennung von Gymnasium und Grundschule. Rektor Kaufmann musste aus gesundheitlichen Gründen sein Amt zum 30. Oktober 2001 aufgeben. Konrektor Anton Hemsing übernahm anschließend kommissarisch die Leitung, seit dem 1. Juni 2003 als Rektor.

 

Geblieben ist für beide Schulen nicht nur der Name: Die großzügigen und in Zehlendorf einzigartigen Sportanlagen werden gemeinsam genutzt, und auch der Schulbeginn 8.10 Uhr gilt weiterhin für beide Schulen. Während der Hofpausen ist eine Trennung von Grund- und Oberschülern kaum durchzuführen und auch nicht beabsichtigt. Eine engere Zusammenarbeit beider Schulen wird realisiert, nicht nur beim Projekt Mensa-Hort.

Das waren noch Zeiten!

 

 

Erinnerungen ehemaliger Schüler

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